Jugend und Parlament 2009: Marcel Brieger aus Hövelhof bei Ute Berg im Bundestag

 

Berlin, 16.6.09. Eine neue Identität, ein neuer Job, eine neue Stadt - nein, es handelt sich nicht um Geheimagenten im Undercover-Einsatz, sondern um Jugendliche, die am Planspiel „Jugend und Parlament" im Bundestag teilnehmen.

So auch Marcel Brieger aus Hövelhof, den die Paderborner Bundestagsabgeordnete Ute Berg nach Berlin eingeladen hatte. „Bei ‚Jugend und Parlament' spielen die Jugendlichen an Original-Schauplätzen ein Gesetzgebungsverfahren im Bundestag nach - mit allem, was dazu gehört: Verhandlungen, Debatten, Entscheidungen", so Ute Berg. „Das bringt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die politische Arbeit richtig nah."
Vor der ersten Sitzung wurden Marcel Brieger und seine Kolleginnen und Kollegen mit einer neuen Rolle ausgestattet. So mimte der 19-jährige Hövelhofer einen 54-jährigen Diplom-Volkswirt, verheiratet mit zwei Kindern, beschäftigt bei der Raiffeisenbank. „Das mit der Bank passte ja wenigstens", so Marcel, der eine Ausbildung bei der Paderborner Sparkasse absolviert. Seine Mitgliedschaft in der „Konservativen Volkspartei" stellte da schon eine größere Herausforderung dar. „Ein konservatives Profil zu vertreten, ist mir ziemlich schwer gefallen. Da musste ich mich schon manchmal zusammenreißen, in der Diskussion nicht ‚aus der Rolle' zu fallen", so Marcel Brieger.

Spannend sei vor allem gewesen, welche Dynamik die Diskussion um die Gesetzesvorlage entwickelte, die er im Ausschuss Arbeit und Soziales mitbehandelte. „Plötzlich kamen von allen Seiten neue Forderungen. Die unter einen Hut zu kriegen war gar nicht so einfach", so Marcel Brieger.
„Das war offenbar sehr praxisnah", so Ute Berg. „Wir müssen ständig zwischen den Koalitionsfraktionen verhandeln. Kompromisse zu schmieden ist eine hohe Kunst - aber absolut notwendig für unsere Demokratie."