SPD Gesundheitspolitiker Burkhard Blienert: Das Gesundheitssystem muss stabil bleiben!

von Bärbel Hermansen

Zur aktuellen Lage in der Coronakrise erklärt der Gesundheitspolitiker Burkhard Blienert (SPD)

Derzeit zeigt sich die Belastbarkeit des deutschen Gesundheitssystems.  Bisweilen hört man auch Stimmen, die von Überlastung reden. Aber die Beschäftigten und Verantwortlichen schaffen dort Großartiges, ihnen gehört Unterstützung, Rücksicht, Dank und Anerkennung. Mit dem Wissen, was wir im Moment über das Virus haben und aus anderen Staaten, die uns in der Krise zeitlich voraus sind, lässt sich aus meiner Sicht festhalten, dass wir noch nicht die Belastungsspitze erreicht haben.

Wir hoffen alle, dass dann dass Gesundheitssystem hält und nicht zusammenbricht. Ich bin überzeugt und optimistisch, dass mit den einschneidenden Maßnahmen, die uns alle betreffen, wir mithelfen können, unser Gesundheitssystem stabil zu halten. Uns muss klar sein, es geht um die Gesundheit von uns allen, das ist das Wichtigste.

Daran muss sich aus meiner Sicht auch der Zeitpunkt messen, ab dem wir über dem Berg sind und nach und nach die derzeitigen Bestimmungen lockern können. Maßstab ist aus meiner Sicht, was das Gesundheitssystem ertragen und aushalten kann, ohne dass es zusammenbricht, auch bei einer demnächst wieder zunehmenden Normalität und Alltag. Von diesem Zeitpunkt sind wir noch entfernt, verantwortlich über einen solchen Stichtag zu reden.

Als Gesellschaft und Politik müssen wir jedoch auch die kritischen Stimmen nicht vergessen, die uns mahnen, unsere Hausaufgaben zu machen. Wir müssen aus der Krise lernen, was besser im Sinne der medizinischen Versorgung und der Struktur werden kann. In diesem Zusammenhang nehme ich auch bei der Bundesregierung und bei  Minister Spahn zur Kenntnis, dass eine Stärkung der öffentlichen Interessen im Gesundheitswesen elementar für die Leistungsfähigkeit ist. So diese Woche im Bundestag beschlossen.

Die Ökonomisierung und Gewinnorientierung muss in einem neuen Verhältnis zum Gemeinwohlgedanken und dem zunehmenden Bedürfnis nach Sicherheit, Solidarität und Gemeinschaftssinn gebracht werden. Hierzu gibt es Vorschläge. Das gilt für die zukünftige Krankenhausplanung in NRW, der wohnortnahen Versorgung und Notfalldienste, dem Ausbau medizinischer Zentren wie auch der Stärkung der ärztlichen Versorgung, der Pflege und weiteren Gesundheitsberufen wie auch für die Pharmaindustrie, der Forschung und Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Medikamenten sowie Heil- und Hilfsmitteln. Für uns gilt: Mitte, Maß und Solidarität hat sich meistens als lang- und tragfähiger erwiesen.

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