FLUGHAFEN PADERBORN - FIT FOR FUTURE ODER MILLIONENGRAB?

von Bärbel Hermansen

Wolfgang Weigel zum Thema Flughafen

Kaum steht dem Flughafen das Wasser bis zum Hals, ist es gerade die Kreisfraktion der CDU, die sich zur Retterin des Heimathafens aufschwingt. Ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver. Und da bedankt sich auch brav der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Dr. Marc Cézanne, bei der CDU-Fraktion für deren Entscheidung für eine eigenverwaltete Insolvenz. Jeder weiß, dass in diesem Fall der bisherige Geschäftsführer bleiben darf. Anders bei der regulären Insolvenz, bei der der Betrieb des Flughafens insgesamt zerschlagen würde.

Tatsächlich hat sich vor der Corona-Pandemie die CDU die prekäre wirtschaftliche Situation des Flughafens schön geredet. Ebenso hat es der Geschäftsführer nicht verstanden, die dramatische Lage gegenüber den anderen kommunalen Gesellschaftern transparent darzustellen. Das war die wiederholte Kritik in den vergangenen Gesellschafterversammlungen. Wen wundert es, dass diese ungehörte Kritik zu einem Ausstieg der Kreise Lippe und Gütersloh sowie der Stadt Bielefeld führen wird.
Ein CDU-dominierter Aufsichtsrat mit personengleichen Akteuren in der Gesellschafterversammlung hat dazu seinen Beitrag geleistet.


Im Mai 2019 hat die SPD-Kreistagsfraktion ein Positionspapier vorgelegt, in dem gefordert wurde, zum Erhalt des als für die Region wichtig erachteten Flughafens ein neues Betriebskonzept zu erstellen. Dies im Hinblick auf klimapolitisch zukunftsfeste Ziele und eine Verringerung der kommunalen Belastung durch eine stetig steigende Verschuldung.
Weitere Monate gingen ins Land, bis schwarz auf weiß der Gesellschaft bescheinigt wurde, dass der Jahresabschluss 2019 von der Wirtschaftsprüferin nicht testiert werden konnte: Aufgrund fehlender Fortführungs-Prognose. Anders gesagt: Der Flughafen hatte bereits vor Corona keine wirtschaftliche Zukunft mehr.

Eine Wahl der Rettungsmittel hat die Gesellschaft tatsächlich nicht. Der die Gesellschaft beratende Insolvenzrechtler hat unmissverständlich die Insolvenz in Eigenverwaltung als einziges Rezept zur Vermeidung einer „normalen“ Insolvenz mit der vollständigen Liquidation dargestellt.

Vor diesem Hintergrund halten wir es für ein Gebot zukunftsfester Verantwortung, wenn die jetzige Geschäftsführung durch eine neue ersetzt wird, die unbelastet von der Hypothek der vergangenen Versäumnisse die Sanierung zum Erfolg führt. Wir fordern daher die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung zur Abberufung des derzeitigen und Bestellung eines neuen Geschäftsführers.

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