„Frauenhäuser benötigen in der Corona-Krise dringend Unterstützung“

von Bärbel Hermansen

Die aktuelle Situation stellt die Frauenhilfestruktur in den Kommunen, auch in Paderborn vor enorme Hausforderungen.

In einer außerordentlichen Sitzung hat sich der Ausschuss für Gleichstellung und Frauen mit der Landesregierung im Landtag in Düsseldorf mit diesem Thema befasst. Regina Kopp-Herr, MdL aus Bielefeld, Ausschussmitglied und stellv. Vorsitzende der SPD- Landtagsfraktion zeigt sich sehr enttäuscht über die Aussagen der Landesregierung.

„Das zuständige Ministerium sieht aktuell keinen dringenden Handlungsbedarf, um weitere Kapazitäten in den Frauenhäusern zu schaffen. Auch wenn der aktuelle Blick auf die Platzvergabe noch geringfüge Kapazitäten offenbart, wird dennoch deutlich, dass sich die Situation mit jedem weiteren Tag verschärfen kann. Dann erst über notwendige Maßnahmen zu beraten, könnte für viele betroffene Frauen und Kinder zur Verschärfung der Notlage führen.

Konstruktive Ansätze für praktische Erleichterung der alltäglichen Arbeit werden im Hinblick auf die Kurzweiligkeit der Krise abgelehnt. Wir sind jedoch der Auffassung, dass alternative Beratungsformen der Hilfestellung in Betracht gezogen werden müssen. Darüber hinaus müssen die Einrichtungen mit finanziellen Ressourcen unterstützt werden. In dieser Zeit sollten sich die Mitarbeiterinnen nicht noch mit finanziellen Sorgen auseinandersetzen müssen. Wir haben in unserem Forderungskatalog an das Hilfspaket der Landesregierung die besonderen Bedarfe der Frauenhilfestrukturen betont. Leider macht die Ministerin nicht deutlich, ob finanzielle Mittel aus diesem Hilfspaket auch an die Frauenhilfeeinrichtungen fließen werden. An dieser Stellen hätten wir uns konkrete Zugeständnisse gewünscht.

Wir werden nicht lockerlassen, die weitere Entwicklung der Situation in den Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen genau beobachten und unsere Forderungen wiederholen.“

„Auch in Paderborn ist die Situation des Frauenhauses mehr als angespannt. Es ist anzuerkennen, dass in Paderborn dieses Problem erkannt wurde und Gelder zur Verfügung gestellt werden. Nichts desto trotz dürfen wir gerade in der momentanen Situation nicht weggucken, zumal vielen Familien durch die Schließung der Schulen und Kitas helfende Menschen im Hintergrund nicht zur Verfügung stehen.“, so die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Claudia Steenkolk.

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