SPD beantragt Verhütungsfonds im Kreistag

von Bärbel Hermansen

Ungewollte Schwangerschaften vermeiden

Auch als einen konkreten Beitrag zur Armutsbekämpfung versteht die SPD- Kreistagsfraktion ihren Antrag in den laufenden Haushaltsberatungen zur Einrichtung eines Verhütungsfonds. Durch seine Inanspruchnahme sollen ungewollte Schwangerschaften vermieden werden. Zehntausend Euro möchten die Sozialdemokraten dafür zunächst in den Haushalt einstellen.  Zielgruppe für die Hilfe aus diesem Fonds sind alle Antragsteller mit einem Netto- Einkommen von bis zu 1.400 Euro monatlich. Für jedes weitere Familienmitglied soll dieser Betrag um 400 Euro erhöht werden.

Siebzig Prozent der Kosten werden bei Vorliegen der Voraussetzungen (ärztliches Rezept, Einkommensnachweis) übernommen. Die praktische Umsetzung des Projekts liegt nach dem Vorschlag der Sozialdemokraten bei den Schwangerenkonfliktberatungsstellen.

Die SPD- Sprecherin für Gesundheit und Soziales, Gunda Köster erläutert: „Die Kosten für Verhütungsmittel überfordern viele Frauen, Paare und junge Menschen. Da wollen wir helfen. Allerdings halten wir aus Gründen der Eigenverantwortung auch den Eigenanteil von dreißig Prozent für richtig.“

Der SPD- Antrag für die Kreistagssitzung am Montag lehnt sich an ein entsprechendes Modell im Kreis Minden-Lübbecke an, das dort seit zehn Jahren und völlig unstrittig funktioniert. Fraktionschef Bernd Schäfer: „Dort wird mit einem Mitteleinsatz von 50.000 Euro jährlich ein Mehrfaches an Hilfen wirksam, wie im Kreis Paderborn. Da muss das Rad also nicht neu erfunden werden.“

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